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Kapitel 23Teil 4: Hören, Lesen und Wortschatz

Lesen auf B2-Niveau trainieren

Kapitel 23 aus dem Road to B2 Trainingsbuch: Lesen auf B2-Niveau trainieren.

Hauptaussagen verstehen, Details finden und Texte strategisch lesen

Ziel dieses Kapitels

In diesem Kapitel lernst du, wie du Texte auf B2-Niveau besser verstehst.

Lesen ist auf B2 sehr wichtig, weil du viele verschiedene Texte verstehen musst:

  • E-Mails
  • Briefe
  • Anzeigen
  • Artikel
  • Kommentare
  • Informationen von Behörden
  • Texte über Arbeit, Gesundheit, Bildung und Gesellschaft
  • Prüfungstexte
  • Meinungen und Argumentationen

Viele Lernende machen beim Lesen einen großen Fehler:

Sie versuchen, jedes einzelne Wort sofort zu verstehen.

Das ist oft nicht nötig und kostet viel Zeit.

Auf B2 solltest du lernen:

  • das Thema schnell zu erkennen
  • die Hauptaussage zu verstehen
  • wichtige Details zu finden
  • Meinungen zu erkennen
  • unbekannte Wörter aus dem Kontext zu verstehen
  • Aufgaben gezielt zu bearbeiten
  • nicht bei jedem schwierigen Wort stehenzubleiben

Wichtig ist:

B2-Lesen bedeutet nicht, jedes Wort zu übersetzen. B2-Lesen bedeutet, die wichtigen Informationen zu verstehen.


1. Warum Lesen auf B2 schwierig ist

B2-Texte sind länger und dichter als B1-Texte.

Auf B1 liest man oft einfache Texte:

Ich wohne in Berlin. Meine Wohnung ist klein, aber schön. Ich fahre mit dem Bus zur Arbeit.

Auf B2 werden die Sätze länger:

Obwohl viele Menschen in Großstädten gern zentral wohnen möchten, entscheiden sich manche Familien wegen der hohen Mieten für eine Wohnung am Stadtrand.

Dieser Satz ist schwieriger, weil mehrere Informationen zusammenkommen:

  • viele Menschen möchten zentral wohnen
  • die Mieten sind hoch
  • manche Familien ziehen an den Stadtrand
  • „obwohl“ zeigt einen Gegensatz

Deshalb brauchst du beim Lesen nicht nur Wortschatz, sondern auch Strategie.


2. Was du auf B2 lesen können solltest

Auf B2 solltest du unterschiedliche Texte verstehen können.

Alltag

  • Briefe vom Vermieter
  • Informationen von Behörden
  • Nachrichten von der Schule
  • Arztinformationen
  • Verträge und Kündigungen
  • Produktinformationen

Beruf

  • berufliche E-Mails
  • Stellenanzeigen
  • kurze Berichte
  • Anweisungen
  • Informationen zu Terminen
  • Protokolle

Gesellschaft

  • Zeitungsartikel
  • Kommentare
  • Interviews
  • Texte über Umwelt, Verkehr, Bildung, Arbeit und Medien

Prüfung

  • längere Lesetexte
  • Multiple-Choice-Aufgaben
  • Zuordnungsaufgaben
  • Aussagen richtig oder falsch
  • Informationen gezielt suchen

3. Die drei Leseschritte

Eine gute Lesestrategie besteht aus drei Schritten.

Schritt 1: Global lesen

Du liest den Text schnell und fragst:

Worum geht es allgemein?

Du musst noch nicht jedes Detail verstehen.

Schritt 2: Selektiv lesen

Du suchst bestimmte Informationen.

Zum Beispiel:

  • Datum
  • Ort
  • Grund
  • Preis
  • Meinung
  • Vorteil
  • Nachteil

Schritt 3: Genau lesen

Du liest wichtige Stellen noch einmal und prüfst Details.

Diese Reihenfolge hilft dir, schneller und sicherer zu lesen.


4. Global lesen

Beim globalen Lesen möchtest du die Hauptidee verstehen.

Fragen

  1. Was ist das Thema?
  2. Wer schreibt oder spricht?
  3. An wen richtet sich der Text?
  4. Was ist die Hauptinformation?
  5. Ist der Text informativ, kritisch oder positiv?

Beispiel

Immer mehr Menschen arbeiten teilweise von zu Hause aus. Während viele Beschäftigte die größere Flexibilität schätzen, sehen andere darin auch Nachteile. Besonders der fehlende persönliche Austausch im Team wird häufig kritisch genannt.

Globale Information:

Der Text geht um Homeoffice und seine Vor- und Nachteile.

Du musst nicht jedes Wort analysieren.


5. Selektiv lesen

Beim selektiven Lesen suchst du gezielt nach bestimmten Informationen.

Beispiel

Frage:

Warum sehen manche Menschen Homeoffice kritisch?

Du suchst im Text nach:

  • kritisch
  • Nachteil
  • Problem
  • Grund
  • weil
  • da
  • allerdings
  • jedoch

Im Beispiel findest du:

der fehlende persönliche Austausch im Team

Antwort:

Manche Menschen sehen Homeoffice kritisch, weil der persönliche Austausch im Team fehlen kann.


6. Genau lesen

Beim genauen Lesen prüfst du einzelne Stellen sehr sorgfältig.

Das brauchst du besonders bei:

  • Prüfungsaufgaben
  • ähnlichen Antwortmöglichkeiten
  • Negationen
  • Zahlen
  • Bedingungen
  • Einschränkungen
  • Meinungen

Beispiel

Text:

Der Kurs findet nicht wie gewohnt am Montag, sondern ausnahmsweise am Mittwoch statt.

Frage:

Wann findet der Kurs statt?

Falsch:

Montag

Richtig:

Mittwoch

Warum?

Weil „nicht wie gewohnt“ und „sondern“ die Information verändern.


7. Signalwörter erkennen

Signalwörter zeigen dir die Logik im Text.

Gegensatz

  • aber
  • jedoch
  • allerdings
  • trotzdem
  • dennoch
  • während
  • andererseits

Beispiel:

Viele Menschen finden Homeoffice praktisch. Allerdings fehlt manchen der Kontakt zu Kollegen.

Signal:

Es kommt ein Nachteil oder Gegenargument.


Grund

  • weil
  • da
  • wegen
  • aufgrund
  • denn

Beispiel:

Viele Familien ziehen an den Stadtrand, weil die Mieten in der Innenstadt zu hoch sind.

Signal:

Es kommt ein Grund.


Folge

  • deshalb
  • daher
  • deswegen
  • aus diesem Grund
  • folglich

Beispiel:

Die Mieten steigen. Deshalb suchen viele Menschen kleinere Wohnungen.

Signal:

Es kommt eine Folge.


Ergänzung

  • außerdem
  • darüber hinaus
  • zusätzlich
  • auch
  • ebenso

Beispiel:

Online-Lernen ist flexibel. Außerdem spart man den Weg zum Kurs.

Signal:

Es kommt ein weiteres Argument.


Einschränkung

  • obwohl
  • trotz
  • zwar ... aber
  • einerseits ... andererseits

Beispiel:

Obwohl Online-Lernen praktisch ist, fehlt vielen der direkte Kontakt.

Signal:

Zwei Seiten werden gezeigt.


8. Unbekannte Wörter aus dem Kontext verstehen

Du wirst auf B2 immer unbekannte Wörter sehen.

Das ist normal.

Du musst nicht sofort jedes Wort nachschlagen.

Methode

  1. Lies den ganzen Satz.
  2. Schau auf die Wörter davor und danach.
  3. Frage dich: Ist das Wort positiv, negativ oder neutral?
  4. Frage dich: Ist es eine Person, Sache, Handlung oder Eigenschaft?
  5. Vermute die Bedeutung.
  6. Lies weiter.

Beispiel

Viele Menschen empfinden lange Arbeitswege als belastend, weil sie dadurch weniger Zeit für Familie und Erholung haben.

Vielleicht kennst du „belastend“ nicht.

Aus dem Kontext siehst du:

  • lange Arbeitswege
  • weniger Zeit
  • Familie und Erholung
  • Problem

Also bedeutet „belastend“ ungefähr:

anstrengend / stressig / negativ

Das reicht oft.


9. Wörter nicht isoliert lernen

Beim Lesen solltest du nicht nur einzelne Wörter markieren.

Nicht nur:

Belastung = stress

Besser:

eine Belastung darstellen Lange Arbeitswege stellen für viele Beschäftigte eine Belastung dar.

Nicht nur:

Vorteil = advantage

Besser:

einen Vorteil bieten Homeoffice bietet den Vorteil, dass man Pendelzeit spart.

Nicht nur:

Kritik = criticism

Besser:

Kritik üben an + Dativ Viele Eltern üben Kritik an zu vielen Hausaufgaben.

So wird dein Wortschatz stärker.


10. Typische Aufgaben in B2-Lesetests

In B2-Prüfungen gibt es oft diese Aufgaben:

Multiple Choice

Du wählst die richtige Antwort aus drei oder vier Möglichkeiten.

Richtig / Falsch

Du entscheidest, ob eine Aussage zum Text passt.

Zuordnung

Du ordnest Überschriften, Aussagen oder Personen passenden Texten zu.

Lückentext

Du ergänzt Wörter, Sätze oder Satzteile.

Informationen suchen

Du findest bestimmte Details im Text.

Wichtig ist:

Lies zuerst die Aufgabe, dann den Text gezielt.


11. Vor dem Lesen: Aufgabe verstehen

Viele Lernende lesen zuerst den ganzen Text sehr langsam. Danach lesen sie die Aufgaben. Dann müssen sie den Text noch einmal lesen.

Besser:

  1. Lies zuerst die Überschrift.
  2. Lies die Aufgaben.
  3. Markiere Schlüsselwörter.
  4. Lies den Text mit Ziel.

Beispiel

Aufgabe:

Welche Meinung hat die Autorin zu Homeoffice?

Schlüsselwörter:

  • Meinung
  • Autorin
  • Homeoffice

Beim Lesen achtest du dann auf:

  • Ich finde ...
  • Meiner Meinung nach ...
  • kritisch
  • sinnvoll
  • Vorteil
  • Nachteil
  • Schlussfolgerung

12. Schlüsselwörter finden

Schlüsselwörter sind Wörter, die dir zeigen, wonach du suchen musst.

Aufgabe

Warum möchten viele Menschen günstigere öffentliche Verkehrsmittel?

Schlüsselwörter:

  • warum
  • viele Menschen
  • günstigere öffentliche Verkehrsmittel

Im Text suchst du dann nach:

  • Grund
  • Kosten
  • teuer
  • Einkommen
  • Umwelt
  • Verkehr
  • darauf angewiesen

13. Vorsicht bei ähnlichen Wörtern

Manchmal sieht eine Antwort richtig aus, aber sie passt nicht genau.

Beispiel

Text:

Viele Menschen wünschen sich günstigere öffentliche Verkehrsmittel. Komplett kostenlos sollten sie nach Meinung der Autorin aber nicht sein.

Frage:

Was meint die Autorin?

a) Öffentliche Verkehrsmittel sollten kostenlos sein. b) Öffentliche Verkehrsmittel sollten günstiger sein, aber nicht unbedingt kostenlos. c) Öffentliche Verkehrsmittel sollten teurer werden.

Richtig:

b)

Warum?

Weil „günstiger“ nicht gleich „kostenlos“ bedeutet.


14. Negationen beachten

Negationen sind sehr wichtig.

Wörter

  • nicht
  • kein
  • nie
  • niemals
  • niemand
  • ohne
  • weder ... noch
  • nicht nur
  • nicht unbedingt
  • kaum

Beispiel

Text:

Die Autorin ist nicht grundsätzlich gegen Smartphones für Kinder, fordert aber klare Regeln.

Frage:

Ist die Autorin gegen Smartphones für Kinder?

Antwort:

Nein, nicht grundsätzlich. Sie fordert klare Regeln.

Wenn du „nicht grundsätzlich“ übersiehst, verstehst du den Text falsch.


15. Einschränkungen beachten

Oft ist eine Aussage nicht absolut.

Wörter

  • meistens
  • oft
  • manchmal
  • teilweise
  • grundsätzlich
  • unter bestimmten Bedingungen
  • nicht immer
  • in vielen Fällen
  • kaum
  • eher

Beispiel

Text:

Online-Lernen ist in vielen Fällen hilfreich, kann den Unterricht im Kursraum aber nicht immer ersetzen.

Falsch:

Online-Lernen ersetzt immer den Unterricht.

Richtig:

Online-Lernen kann hilfreich sein, ersetzt aber nicht immer den Unterricht.


16. Überschriften verstehen

Die Überschrift hilft dir, das Thema zu erkennen.

Beispiele

Überschrift:

Arbeiten von zu Hause: Freiheit oder neue Belastung?

Wahrscheinliches Thema:

Homeoffice hat Vorteile und Nachteile.

Überschrift:

Wenn das Handy den Alltag bestimmt

Wahrscheinliches Thema:

problematische Nutzung von Smartphones

Überschrift:

Bus und Bahn als Lösung für die Stadt?

Wahrscheinliches Thema:

öffentliche Verkehrsmittel und Verkehrspolitik


17. Lesetext 1: Homeoffice

Text

Homeoffice ist in den letzten Jahren für viele Beschäftigte zu einem wichtigen Thema geworden. Während früher vor allem in besonderen Situationen von zu Hause gearbeitet wurde, ist diese Arbeitsform heute in vielen Unternehmen normaler geworden.

Ein großer Vorteil besteht darin, dass Beschäftigte Pendelzeit sparen. Wer nicht jeden Tag zur Arbeit fahren muss, hat mehr Zeit für Familie, Sport oder Erholung. Außerdem können viele Menschen ihren Alltag flexibler organisieren.

Allerdings gibt es auch Nachteile. Der direkte Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen fehlt manchmal, und manche Fragen lassen sich im Büro schneller klären als per E-Mail oder Videokonferenz. Außerdem fällt es einigen Menschen schwer, Arbeit und Freizeit klar zu trennen.

Deshalb ist Homeoffice nicht automatisch gut oder schlecht. Entscheidend ist, wie es organisiert wird. Klare Regeln zur Erreichbarkeit und regelmäßige Treffen im Team können helfen, die Vorteile zu nutzen und die Nachteile zu reduzieren.


18. Aufgaben zu Lesetext 1

Aufgabe 1: Hauptaussage

Welche Aussage passt am besten?

a) Homeoffice ist immer besser als Büroarbeit. b) Homeoffice hat Vorteile, braucht aber gute Organisation. c) Homeoffice sollte verboten werden.

Aufgabe 2: Detail

Welcher Vorteil wird genannt?

a) Man verdient mehr Geld. b) Man spart Pendelzeit. c) Man bekommt mehr Urlaub.

Aufgabe 3: Nachteil

Was kann im Homeoffice schwierig sein?

a) Arbeit und Freizeit klar zu trennen. b) überhaupt Arbeit zu finden. c) Deutsch zu lernen.

Aufgabe 4: Empfehlung

Was kann helfen?

a) keine Teamtreffen mehr machen b) klare Regeln zur Erreichbarkeit c) nur noch per E-Mail sprechen

Lösungen

  1. b) Homeoffice hat Vorteile, braucht aber gute Organisation.
  2. b) Man spart Pendelzeit.
  3. a) Arbeit und Freizeit klar zu trennen.
  4. b) klare Regeln zur Erreichbarkeit

19. Lesetext 2: Online-Lernen

Text

Online-Lernen hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Viele Menschen nutzen digitale Kurse, weil sie zeitlich flexibel lernen möchten. Besonders für Berufstätige oder Eltern kann diese Lernform hilfreich sein, da sie nicht jeden Tag zu einem Kursort fahren müssen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass viele Materialien jederzeit verfügbar sind. Lernende können Videos erneut anschauen, Übungen wiederholen und in ihrem eigenen Tempo arbeiten.

Trotzdem ist Online-Lernen nicht für alle Menschen gleich gut geeignet. Wer zu Hause keinen ruhigen Arbeitsplatz hat oder sich leicht ablenken lässt, kann Schwierigkeiten bekommen. Außerdem fehlt manchen Lernenden der direkte Austausch mit Lehrkräften und anderen Teilnehmenden.

Insgesamt kann Online-Lernen eine gute Ergänzung sein. Es ersetzt aber nicht in jeder Situation den Unterricht im Kursraum.


20. Aufgaben zu Lesetext 2

Aufgabe 1

Für wen ist Online-Lernen besonders hilfreich?

a) für Menschen, die flexibel lernen möchten b) nur für Kinder c) nur für Menschen ohne Internet

Aufgabe 2

Was ist ein Vorteil?

a) Man kann Materialien wiederholen. b) Man muss immer zu festen Zeiten lernen. c) Man braucht keine Disziplin.

Aufgabe 3

Was ist ein Problem?

a) Manche haben keinen ruhigen Arbeitsplatz. b) Es gibt keine digitalen Materialien. c) Online-Lernen ist immer kostenlos.

Aufgabe 4

Was ist die Meinung des Textes?

a) Online-Lernen ist völlig nutzlos. b) Online-Lernen kann eine gute Ergänzung sein. c) Online-Lernen ist immer besser als Unterricht im Kursraum.

Lösungen

  1. a) für Menschen, die flexibel lernen möchten
  2. a) Man kann Materialien wiederholen.
  3. a) Manche haben keinen ruhigen Arbeitsplatz.
  4. b) Online-Lernen kann eine gute Ergänzung sein.

21. Lesetext 3: Smartphones für Kinder

Text

Viele Eltern fragen sich, ab welchem Alter Kinder ein eigenes Smartphone bekommen sollten. Einerseits kann ein Smartphone praktisch sein, weil Kinder ihre Eltern schnell erreichen können. Besonders auf dem Schulweg oder in Notfällen kann das hilfreich sein.

Andererseits gibt es auch Risiken. Kinder können durch Spiele, Videos oder soziale Medien stark abgelenkt werden. Außerdem ist es nicht immer leicht zu kontrollieren, welche Inhalte sie im Internet sehen.

Deshalb sind klare Regeln wichtig. Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern besprechen, wann und wie lange das Smartphone genutzt werden darf. Ein komplettes Verbot ist nicht immer sinnvoll, aber eine Nutzung ohne Grenzen kann problematisch sein.


22. Aufgaben zu Lesetext 3

Aufgabe 1

Was ist ein Vorteil eines Smartphones für Kinder?

a) Kinder können ihre Eltern schnell erreichen. b) Kinder müssen keine Hausaufgaben mehr machen. c) Kinder schlafen besser.

Aufgabe 2

Welches Risiko wird genannt?

a) Kinder können abgelenkt werden. b) Kinder lernen zu schnell. c) Kinder sprechen zu viel mit Eltern.

Aufgabe 3

Was empfiehlt der Text?

a) Nutzung ohne Grenzen b) klare Regeln c) Smartphones für alle Kinder ab drei Jahren

Aufgabe 4

Was sagt der Text über ein komplettes Verbot?

a) Es ist nicht immer sinnvoll. b) Es ist immer die beste Lösung. c) Es ist gesetzlich vorgeschrieben.

Lösungen

  1. a) Kinder können ihre Eltern schnell erreichen.
  2. a) Kinder können abgelenkt werden.
  3. b) klare Regeln
  4. a) Es ist nicht immer sinnvoll.

23. Lesetext 4: Öffentliche Verkehrsmittel

Text

Öffentliche Verkehrsmittel sind besonders in großen Städten wichtig. Wenn mehr Menschen Bus und Bahn nutzen, gibt es weniger Autos auf den Straßen. Das kann die Luft verbessern, Lärm reduzieren und mehr Platz für Fußgänger und Fahrräder schaffen.

Viele Menschen wünschen sich günstigere Tickets, weil sie täglich auf Bus und Bahn angewiesen sind. Besonders Menschen mit wenig Einkommen profitieren von bezahlbaren Preisen.

Allerdings reicht ein günstiger Preis allein nicht aus. Öffentliche Verkehrsmittel müssen auch zuverlässig sein. Wenn Busse und Bahnen oft ausfallen oder zu spät kommen, entscheiden sich viele Menschen trotzdem für das Auto.

Aus diesem Grund sollten Städte nicht nur über günstigere Tickets nachdenken, sondern auch über bessere Verbindungen und pünktlichere Fahrpläne.


24. Aufgaben zu Lesetext 4

Aufgabe 1

Warum sind öffentliche Verkehrsmittel wichtig?

a) Sie können Verkehr und Lärm reduzieren. b) Sie machen Autos schneller. c) Sie sind immer kostenlos.

Aufgabe 2

Wer profitiert besonders von bezahlbaren Preisen?

a) Menschen mit wenig Einkommen b) nur Autofahrer c) nur Touristen

Aufgabe 3

Was reicht laut Text nicht aus?

a) günstige Preise allein b) bessere Verbindungen c) pünktliche Fahrpläne

Aufgabe 4

Was sollten Städte verbessern?

a) nur die Werbung b) Verbindungen und Fahrpläne c) nur Parkplätze

Lösungen

  1. a) Sie können Verkehr und Lärm reduzieren.
  2. a) Menschen mit wenig Einkommen
  3. a) günstige Preise allein
  4. b) Verbindungen und Fahrpläne

25. Wie du Antworten im Text findest

Bei Prüfungsaufgaben steht die Antwort oft nicht genau mit denselben Wörtern im Text.

Beispiel

Aufgabe:

Viele Menschen möchten im Homeoffice arbeiten, weil sie weniger Zeit für den Arbeitsweg brauchen.

Text:

Ein großer Vorteil besteht darin, dass Beschäftigte Pendelzeit sparen.

Die Wörter sind anders:

  • weniger Zeit für den Arbeitsweg brauchen
  • Pendelzeit sparen

Die Bedeutung ist gleich.

Das nennt man:

sinngemäß verstehen

Auf B2 ist das sehr wichtig.


26. Synonyme erkennen

Synonyme sind Wörter mit ähnlicher Bedeutung.

Beispiele

Wort im Text Ähnliche Bedeutung
Beschäftigte Arbeitnehmer / Mitarbeitende
Pendelzeit Zeit für den Arbeitsweg
hilfreich nützlich
problematisch schwierig / kritisch
zuverlässig pünktlich / sicher
bezahlbar nicht zu teuer
sich erkundigen nachfragen
erforderlich notwendig
reduzieren verringern
profitieren Vorteile haben

Übung

Ordne zu.

  1. hilfreich
  2. Beschäftigte
  3. bezahlbar
  4. reduzieren
  5. erforderlich

a) notwendig b) Arbeitnehmer c) nützlich d) verringern e) nicht zu teuer

Lösung

  1. c) nützlich
  2. b) Arbeitnehmer
  3. e) nicht zu teuer
  4. d) verringern
  5. a) notwendig

27. Richtig-Falsch-Aufgaben

Bei Richtig-Falsch-Aufgaben musst du genau prüfen:

Steht diese Information wirklich im Text?

Beispieltext

Der Kurs beginnt am Montag und dauert sechs Wochen.

Aussage:

Der Kurs dauert sechs Monate.

Antwort:

falsch

Warum?

Weil im Text „sechs Wochen“ steht, nicht „sechs Monate“.

Tipp

Achte besonders auf:

  • Zahlen
  • Zeitangaben
  • Negationen
  • absolute Wörter wie „immer“, „nie“, „alle“
  • Einschränkungen wie „oft“, „manche“, „nicht immer“

28. Absolute Wörter prüfen

In falschen Antworten stehen oft absolute Wörter.

Wörter

  • immer
  • nie
  • alle
  • niemand
  • nur
  • komplett
  • auf jeden Fall
  • ohne Ausnahme

Beispiel

Text:

Viele Menschen finden Homeoffice praktisch.

Falsche Aussage:

Alle Menschen finden Homeoffice praktisch.

Warum falsch?

„Viele“ bedeutet nicht „alle“.


29. Zuordnungsaufgaben

Bei Zuordnungsaufgaben musst du Texte und Aussagen verbinden.

Methode

  1. Lies zuerst alle Aussagen.
  2. Markiere Schlüsselwörter.
  3. Lies jeden Text global.
  4. Suche passende Bedeutungen, nicht nur gleiche Wörter.
  5. Streiche sichere Antworten.
  6. Prüfe schwierige Antworten noch einmal.

Beispiel

Aussage:

Diese Person findet Online-Lernen gut, aber nicht als komplette Lösung.

Text:

Digitale Kurse sind für mich sehr praktisch. Trotzdem möchte ich nicht nur online lernen, weil mir der direkte Austausch im Kurs wichtig ist.

Passende Aussage:

gut, aber nicht komplett


30. Lange Sätze verstehen

B2-Texte enthalten oft längere Sätze.

Methode

Teile den Satz in kleine Teile.

Beispiel

Obwohl viele Menschen die Flexibilität des Homeoffice schätzen, berichten manche Beschäftigte, dass ihnen der direkte Austausch mit Kolleginnen und Kollegen fehlt.

Teile:

  1. Obwohl viele Menschen Homeoffice flexibel finden
  2. manche Beschäftigte berichten
  3. ihnen fehlt der direkte Austausch

Gesamtaussage:

Homeoffice ist flexibel, aber manchen fehlt der Kontakt zum Team.


31. Relativsätze erkennen

Relativsätze geben zusätzliche Informationen.

Beispiel

Viele Menschen, die täglich lange zur Arbeit fahren, wünschen sich mehr Homeoffice.

Relativsatz:

die täglich lange zur Arbeit fahren

Bedeutung:

Welche Menschen? Menschen mit langen Arbeitswegen.

Weitere Beispiele

Kurse, die online stattfinden, bieten mehr Flexibilität.

Kinder, die ein Smartphone nutzen, brauchen klare Regeln.

Städte, die gute öffentliche Verkehrsmittel haben, sind oft lebenswerter.


32. Wortschatz aus Lesetexten aktiv benutzen

Nach dem Lesen solltest du neue Wörter nicht nur markieren, sondern benutzen.

Methode

  1. Wähle 5 wichtige Ausdrücke.
  2. Schreibe zu jedem Ausdruck einen eigenen Satz.
  3. Sprich die Sätze laut.
  4. Nutze die Ausdrücke später in einem Text.

Beispiel aus dem Thema Homeoffice

Ausdruck:

Pendelzeit sparen

Eigener Satz:

Durch Homeoffice kann ich Pendelzeit sparen und habe mehr Zeit für meine Familie.

Ausdruck:

der direkte Austausch

Eigener Satz:

Im Büro ist der direkte Austausch mit Kollegen oft einfacher.


33. Zusammenfassung schreiben

Nach einem Lesetext ist eine kurze Zusammenfassung sehr hilfreich.

Struktur

In dem Text geht es um ... Die wichtigste Aussage ist, dass ... Außerdem wird erklärt, dass ... Der Text zeigt auch, dass ... Insgesamt kann man sagen, dass ...

Beispiel

In dem Text geht es um Homeoffice. Die wichtigste Aussage ist, dass Homeoffice sowohl Vorteile als auch Nachteile hat. Außerdem wird erklärt, dass Beschäftigte Pendelzeit sparen können. Der Text zeigt aber auch, dass der Kontakt zum Team fehlen kann. Insgesamt kann man sagen, dass Homeoffice gut organisiert werden muss.


34. Lesetraining mit Zeit

In der Prüfung hast du nicht unbegrenzt Zeit.

Deshalb solltest du auch mit Zeit trainieren.

Übung

  1. Nimm einen Text mit 300 bis 500 Wörtern.
  2. Stelle einen Timer auf 5 Minuten.
  3. Lies den Text global.
  4. Schreibe danach das Thema und die Hauptaussage auf.
  5. Lies die Aufgaben.
  6. Stelle einen Timer auf 10 Minuten.
  7. Bearbeite die Aufgaben.
  8. Prüfe deine Fehler.

Wichtig:

Zeitdruck kann man trainieren.


35. Gute Lesequellen für B2

Geeignete Texte

  • Nachrichten in einfacher Sprache
  • Artikel zu Alltagsthemen
  • Informationen von Behörden
  • Verbraucherinformationen
  • kurze Kommentare
  • Interviews
  • Stellenanzeigen
  • formelle E-Mails
  • Prüfungsmaterialien
  • Texte aus B2-Lehrbüchern

Tipp

Wähle Texte, die nicht zu leicht und nicht zu schwer sind.

Ein guter Text ist passend, wenn du ungefähr 70 bis 80 Prozent verstehst.

Wenn du nur 30 Prozent verstehst, ist der Text noch zu schwer.


36. Wochenplan für Lesetraining

Montag

Thema: Alltag

  • einen kurzen Alltagstext lesen
  • Hauptinformation notieren
  • 5 Ausdrücke lernen

Dienstag

Thema: Arbeit

  • Stellenanzeige oder berufliche E-Mail lesen
  • wichtige Details markieren
  • 5 berufliche Sätze schreiben

Mittwoch

Thema: Gesellschaft

  • kurzen Artikel lesen
  • Meinung und Argumente erkennen
  • Zusammenfassung schreiben

Donnerstag

Thema: Prüfung

  • B2-Leseaufgabe bearbeiten
  • Lösungen prüfen
  • Fehler analysieren

Freitag

Thema: Wortschatz

  • alte Texte wiederholen
  • wichtige Ausdrücke aktiv benutzen
  • eigene Sätze schreiben

Samstag

Lesezeit mit Timer

  • 20 Minuten lesen
  • 10 Minuten Aufgaben bearbeiten
  • 5 Minuten Zusammenfassung

Sonntag

Leichtes Lesen

  • kurzer Artikel
  • keine schwere Analyse
  • nur Hauptinhalt verstehen

37. Übung: Hauptaussage erkennen

Lies die Texte und wähle die Hauptaussage.

Aufgabe 1

Immer mehr Menschen kaufen im Internet ein. Das ist bequem und spart Zeit. Allerdings können lokale Geschäfte darunter leiden, wenn weniger Kunden in die Innenstadt kommen.

Hauptaussage:

a) Online-Shopping ist bequem, hat aber auch Nachteile für lokale Geschäfte. b) Niemand kauft mehr im Internet. c) Innenstädte sind immer voll.

Lösung:

a)


Aufgabe 2

Viele Menschen treiben zu wenig Sport, obwohl Bewegung wichtig für die Gesundheit ist. Schon kleine Veränderungen im Alltag, zum Beispiel Treppensteigen oder Spaziergänge, können helfen.

Hauptaussage:

a) Nur Leistungssport ist gesund. b) Bewegung ist wichtig, und kleine Alltagsveränderungen können helfen. c) Spaziergänge sind gefährlich.

Lösung:

b)


Aufgabe 3

Digitale Medien können den Unterricht interessanter machen. Gleichzeitig müssen Kinder lernen, Informationen kritisch zu prüfen und nicht jede Quelle sofort zu glauben.

Hauptaussage:

a) Digitale Medien bieten Chancen, brauchen aber Medienkompetenz. b) Kinder sollen nie digitale Medien nutzen. c) Informationen im Internet sind immer richtig.

Lösung:

a)


38. Übung: Details finden

Lies den Text und beantworte die Fragen.

Text

Der neue B2-Abendkurs beginnt am 3. September und findet immer montags und mittwochs von 18 bis 20.15 Uhr statt. Die Kursgebühr beträgt 320 Euro. Eine Anmeldung ist bis zum 20. August möglich. Für die Anmeldung benötigen Sie einen Ausweis und einen Nachweis über Ihr B1-Zertifikat.

Fragen

  1. Wann beginnt der Kurs?
  2. An welchen Tagen findet er statt?
  3. Wie viel kostet der Kurs?
  4. Bis wann kann man sich anmelden?
  5. Welche Unterlagen braucht man?

Lösungen

  1. am 3. September
  2. montags und mittwochs
  3. 320 Euro
  4. bis zum 20. August
  5. Ausweis und Nachweis über B1-Zertifikat

39. Übung: Meinung erkennen

Lies die Aussagen und bestimme die Meinung.

Aufgabe 1

Ich halte Homeoffice für sinnvoll, solange die Kommunikation im Team gut funktioniert.

Meinung:

positiv mit Bedingung

Aufgabe 2

Ich sehe soziale Medien kritisch, weil sie viele Menschen ablenken und Stress verursachen können.

Meinung:

kritisch / eher negativ

Aufgabe 3

Online-Lernen ist praktisch, aber für mich kein vollständiger Ersatz für Unterricht im Kursraum.

Meinung:

gemischt

Aufgabe 4

Öffentliche Verkehrsmittel sollten günstiger und zuverlässiger werden.

Meinung:

Verbesserung wird gefordert


40. Fehler korrigieren

Korrigiere die Sätze.

Aufgabe 1

Der Text geht über Homeoffice.

Richtig:


Aufgabe 2

In dem Text geht es über Online-Lernen.

Richtig:


Aufgabe 3

Die Autorin ist die Meinung, dass Bus und Bahn günstiger sein sollten.

Richtig:


Aufgabe 4

Der Text sagt, Homeoffice ist gut aber auch schlecht.

Richtig:


Aufgabe 5

Ich habe nicht alle Wörter verstanden, aber ich verstehe die Hauptidee.

Richtig:


Lösungen

  1. Der Text handelt von Homeoffice. / In dem Text geht es um Homeoffice.
  2. In dem Text geht es um Online-Lernen.
  3. Die Autorin ist der Meinung, dass Bus und Bahn günstiger sein sollten.
  4. Der Text zeigt, dass Homeoffice sowohl Vorteile als auch Nachteile hat.
  5. Ich habe nicht alle Wörter verstanden, aber ich habe die Hauptidee verstanden.

41. Tagesaufgabe

Aufgabe A: Lesetext bearbeiten

Lies einen deutschen Text mit 300 bis 500 Wörtern.

Schreibe danach:

  1. Thema
  2. Hauptaussage
  3. drei wichtige Details
  4. Meinung des Autors oder der Autorin
  5. fünf neue Ausdrücke

Aufgabe B: Zusammenfassung schreiben

Schreibe eine kurze Zusammenfassung mit 80 bis 100 Wörtern.

Nutze diese Struktur:

In dem Text geht es um ... Die wichtigste Aussage ist, dass ... Außerdem wird erklärt, dass ... Ein weiterer Punkt ist ... Insgesamt zeigt der Text, dass ...


Aufgabe C: Wortschatz aktivieren

Wähle fünf neue Ausdrücke aus dem Text und schreibe eigene Sätze.

Beispiel:

der direkte Austausch Der direkte Austausch im Kurs hilft mir, schneller zu lernen.


42. Mini-Test

Aufgabe 1

Was ist beim ersten Lesen am wichtigsten?

a) jedes Wort übersetzen b) Thema und Hauptaussage erkennen c) sofort alle unbekannten Wörter nachschlagen

Lösung:

b)


Aufgabe 2

Was bedeutet selektives Lesen?

a) gezielt bestimmte Informationen suchen b) einen Text auswendig lernen c) nur den letzten Satz lesen

Lösung:

a)


Aufgabe 3

Welche Wörter zeigen oft einen Gegensatz?

a) aber, jedoch, allerdings b) weil, da, denn c) außerdem, zusätzlich

Lösung:

a)


Aufgabe 4

Welche Aussage ist genauer?

Text: Viele Menschen finden Homeoffice praktisch.

a) Alle Menschen finden Homeoffice praktisch. b) Viele Menschen finden Homeoffice praktisch.

Lösung:

b)


Aufgabe 5

Was solltest du mit neuen Wörtern machen?

a) nur markieren und vergessen b) in eigenen Sätzen benutzen c) nur übersetzen, aber nie wiederholen

Lösung:

b)


Zusammenfassung

In diesem Kapitel hast du gelernt:

  • wie du B2-Texte strategisch liest
  • was globales, selektives und genaues Lesen bedeutet
  • wie du Hauptaussagen erkennst
  • wie du Details findest
  • wie du Signalwörter nutzt
  • wie du unbekannte Wörter aus dem Kontext verstehst
  • wie du Synonyme erkennst
  • wie du lange Sätze zerlegst
  • wie du Richtig-Falsch- und Zuordnungsaufgaben bearbeitest
  • wie du Wortschatz aus Texten aktiv benutzt

Merke dir:

Beim Lesen musst du nicht jedes Wort verstehen. Du musst wissen, welche Information wichtig ist.

Nicht so:

Ich verstehe ein Wort nicht, also verstehe ich den Text nicht.

Besser:

Ich verstehe nicht jedes Wort, aber ich erkenne Thema, Hauptaussage und wichtige Details.

So wirst du beim Lesen schneller, sicherer und stärker auf B2-Niveau.

Road to B2 Deutsch

Interaktives Quiz

Kapitel-23-Check: Lesen auf B2-Niveau trainieren

Beantworte drei kurze Fragen, bevor du zum nächsten Kapitel gehst.

1. Was ist die wichtigste Idee in „Lesen auf B2-Niveau trainieren“?

2. Welche Übung passt am besten zu diesem Kapitel?

3. Was solltest du bei diesem Thema vermeiden?

0/3 beantwortet