Lesen auf B2-Niveau trainieren
Kapitel 23 aus dem Road to B2 Trainingsbuch: Lesen auf B2-Niveau trainieren.
Hauptaussagen verstehen, Details finden und Texte strategisch lesen
Ziel dieses Kapitels
In diesem Kapitel lernst du, wie du Texte auf B2-Niveau besser verstehst.
Lesen ist auf B2 sehr wichtig, weil du viele verschiedene Texte verstehen musst:
- E-Mails
- Briefe
- Anzeigen
- Artikel
- Kommentare
- Informationen von Behörden
- Texte über Arbeit, Gesundheit, Bildung und Gesellschaft
- Prüfungstexte
- Meinungen und Argumentationen
Viele Lernende machen beim Lesen einen großen Fehler:
Sie versuchen, jedes einzelne Wort sofort zu verstehen.
Das ist oft nicht nötig und kostet viel Zeit.
Auf B2 solltest du lernen:
- das Thema schnell zu erkennen
- die Hauptaussage zu verstehen
- wichtige Details zu finden
- Meinungen zu erkennen
- unbekannte Wörter aus dem Kontext zu verstehen
- Aufgaben gezielt zu bearbeiten
- nicht bei jedem schwierigen Wort stehenzubleiben
Wichtig ist:
B2-Lesen bedeutet nicht, jedes Wort zu übersetzen. B2-Lesen bedeutet, die wichtigen Informationen zu verstehen.
1. Warum Lesen auf B2 schwierig ist
B2-Texte sind länger und dichter als B1-Texte.
Auf B1 liest man oft einfache Texte:
Ich wohne in Berlin. Meine Wohnung ist klein, aber schön. Ich fahre mit dem Bus zur Arbeit.
Auf B2 werden die Sätze länger:
Obwohl viele Menschen in Großstädten gern zentral wohnen möchten, entscheiden sich manche Familien wegen der hohen Mieten für eine Wohnung am Stadtrand.
Dieser Satz ist schwieriger, weil mehrere Informationen zusammenkommen:
- viele Menschen möchten zentral wohnen
- die Mieten sind hoch
- manche Familien ziehen an den Stadtrand
- „obwohl“ zeigt einen Gegensatz
Deshalb brauchst du beim Lesen nicht nur Wortschatz, sondern auch Strategie.
2. Was du auf B2 lesen können solltest
Auf B2 solltest du unterschiedliche Texte verstehen können.
Alltag
- Briefe vom Vermieter
- Informationen von Behörden
- Nachrichten von der Schule
- Arztinformationen
- Verträge und Kündigungen
- Produktinformationen
Beruf
- berufliche E-Mails
- Stellenanzeigen
- kurze Berichte
- Anweisungen
- Informationen zu Terminen
- Protokolle
Gesellschaft
- Zeitungsartikel
- Kommentare
- Interviews
- Texte über Umwelt, Verkehr, Bildung, Arbeit und Medien
Prüfung
- längere Lesetexte
- Multiple-Choice-Aufgaben
- Zuordnungsaufgaben
- Aussagen richtig oder falsch
- Informationen gezielt suchen
3. Die drei Leseschritte
Eine gute Lesestrategie besteht aus drei Schritten.
Schritt 1: Global lesen
Du liest den Text schnell und fragst:
Worum geht es allgemein?
Du musst noch nicht jedes Detail verstehen.
Schritt 2: Selektiv lesen
Du suchst bestimmte Informationen.
Zum Beispiel:
- Datum
- Ort
- Grund
- Preis
- Meinung
- Vorteil
- Nachteil
Schritt 3: Genau lesen
Du liest wichtige Stellen noch einmal und prüfst Details.
Diese Reihenfolge hilft dir, schneller und sicherer zu lesen.
4. Global lesen
Beim globalen Lesen möchtest du die Hauptidee verstehen.
Fragen
- Was ist das Thema?
- Wer schreibt oder spricht?
- An wen richtet sich der Text?
- Was ist die Hauptinformation?
- Ist der Text informativ, kritisch oder positiv?
Beispiel
Immer mehr Menschen arbeiten teilweise von zu Hause aus. Während viele Beschäftigte die größere Flexibilität schätzen, sehen andere darin auch Nachteile. Besonders der fehlende persönliche Austausch im Team wird häufig kritisch genannt.
Globale Information:
Der Text geht um Homeoffice und seine Vor- und Nachteile.
Du musst nicht jedes Wort analysieren.
5. Selektiv lesen
Beim selektiven Lesen suchst du gezielt nach bestimmten Informationen.
Beispiel
Frage:
Warum sehen manche Menschen Homeoffice kritisch?
Du suchst im Text nach:
- kritisch
- Nachteil
- Problem
- Grund
- weil
- da
- allerdings
- jedoch
Im Beispiel findest du:
der fehlende persönliche Austausch im Team
Antwort:
Manche Menschen sehen Homeoffice kritisch, weil der persönliche Austausch im Team fehlen kann.
6. Genau lesen
Beim genauen Lesen prüfst du einzelne Stellen sehr sorgfältig.
Das brauchst du besonders bei:
- Prüfungsaufgaben
- ähnlichen Antwortmöglichkeiten
- Negationen
- Zahlen
- Bedingungen
- Einschränkungen
- Meinungen
Beispiel
Text:
Der Kurs findet nicht wie gewohnt am Montag, sondern ausnahmsweise am Mittwoch statt.
Frage:
Wann findet der Kurs statt?
Falsch:
Montag
Richtig:
Mittwoch
Warum?
Weil „nicht wie gewohnt“ und „sondern“ die Information verändern.
7. Signalwörter erkennen
Signalwörter zeigen dir die Logik im Text.
Gegensatz
- aber
- jedoch
- allerdings
- trotzdem
- dennoch
- während
- andererseits
Beispiel:
Viele Menschen finden Homeoffice praktisch. Allerdings fehlt manchen der Kontakt zu Kollegen.
Signal:
Es kommt ein Nachteil oder Gegenargument.
Grund
- weil
- da
- wegen
- aufgrund
- denn
Beispiel:
Viele Familien ziehen an den Stadtrand, weil die Mieten in der Innenstadt zu hoch sind.
Signal:
Es kommt ein Grund.
Folge
- deshalb
- daher
- deswegen
- aus diesem Grund
- folglich
Beispiel:
Die Mieten steigen. Deshalb suchen viele Menschen kleinere Wohnungen.
Signal:
Es kommt eine Folge.
Ergänzung
- außerdem
- darüber hinaus
- zusätzlich
- auch
- ebenso
Beispiel:
Online-Lernen ist flexibel. Außerdem spart man den Weg zum Kurs.
Signal:
Es kommt ein weiteres Argument.
Einschränkung
- obwohl
- trotz
- zwar ... aber
- einerseits ... andererseits
Beispiel:
Obwohl Online-Lernen praktisch ist, fehlt vielen der direkte Kontakt.
Signal:
Zwei Seiten werden gezeigt.
8. Unbekannte Wörter aus dem Kontext verstehen
Du wirst auf B2 immer unbekannte Wörter sehen.
Das ist normal.
Du musst nicht sofort jedes Wort nachschlagen.
Methode
- Lies den ganzen Satz.
- Schau auf die Wörter davor und danach.
- Frage dich: Ist das Wort positiv, negativ oder neutral?
- Frage dich: Ist es eine Person, Sache, Handlung oder Eigenschaft?
- Vermute die Bedeutung.
- Lies weiter.
Beispiel
Viele Menschen empfinden lange Arbeitswege als belastend, weil sie dadurch weniger Zeit für Familie und Erholung haben.
Vielleicht kennst du „belastend“ nicht.
Aus dem Kontext siehst du:
- lange Arbeitswege
- weniger Zeit
- Familie und Erholung
- Problem
Also bedeutet „belastend“ ungefähr:
anstrengend / stressig / negativ
Das reicht oft.
9. Wörter nicht isoliert lernen
Beim Lesen solltest du nicht nur einzelne Wörter markieren.
Nicht nur:
Belastung = stress
Besser:
eine Belastung darstellen Lange Arbeitswege stellen für viele Beschäftigte eine Belastung dar.
Nicht nur:
Vorteil = advantage
Besser:
einen Vorteil bieten Homeoffice bietet den Vorteil, dass man Pendelzeit spart.
Nicht nur:
Kritik = criticism
Besser:
Kritik üben an + Dativ Viele Eltern üben Kritik an zu vielen Hausaufgaben.
So wird dein Wortschatz stärker.
10. Typische Aufgaben in B2-Lesetests
In B2-Prüfungen gibt es oft diese Aufgaben:
Multiple Choice
Du wählst die richtige Antwort aus drei oder vier Möglichkeiten.
Richtig / Falsch
Du entscheidest, ob eine Aussage zum Text passt.
Zuordnung
Du ordnest Überschriften, Aussagen oder Personen passenden Texten zu.
Lückentext
Du ergänzt Wörter, Sätze oder Satzteile.
Informationen suchen
Du findest bestimmte Details im Text.
Wichtig ist:
Lies zuerst die Aufgabe, dann den Text gezielt.
11. Vor dem Lesen: Aufgabe verstehen
Viele Lernende lesen zuerst den ganzen Text sehr langsam. Danach lesen sie die Aufgaben. Dann müssen sie den Text noch einmal lesen.
Besser:
- Lies zuerst die Überschrift.
- Lies die Aufgaben.
- Markiere Schlüsselwörter.
- Lies den Text mit Ziel.
Beispiel
Aufgabe:
Welche Meinung hat die Autorin zu Homeoffice?
Schlüsselwörter:
- Meinung
- Autorin
- Homeoffice
Beim Lesen achtest du dann auf:
- Ich finde ...
- Meiner Meinung nach ...
- kritisch
- sinnvoll
- Vorteil
- Nachteil
- Schlussfolgerung
12. Schlüsselwörter finden
Schlüsselwörter sind Wörter, die dir zeigen, wonach du suchen musst.
Aufgabe
Warum möchten viele Menschen günstigere öffentliche Verkehrsmittel?
Schlüsselwörter:
- warum
- viele Menschen
- günstigere öffentliche Verkehrsmittel
Im Text suchst du dann nach:
- Grund
- Kosten
- teuer
- Einkommen
- Umwelt
- Verkehr
- darauf angewiesen
13. Vorsicht bei ähnlichen Wörtern
Manchmal sieht eine Antwort richtig aus, aber sie passt nicht genau.
Beispiel
Text:
Viele Menschen wünschen sich günstigere öffentliche Verkehrsmittel. Komplett kostenlos sollten sie nach Meinung der Autorin aber nicht sein.
Frage:
Was meint die Autorin?
a) Öffentliche Verkehrsmittel sollten kostenlos sein. b) Öffentliche Verkehrsmittel sollten günstiger sein, aber nicht unbedingt kostenlos. c) Öffentliche Verkehrsmittel sollten teurer werden.
Richtig:
b)
Warum?
Weil „günstiger“ nicht gleich „kostenlos“ bedeutet.
14. Negationen beachten
Negationen sind sehr wichtig.
Wörter
- nicht
- kein
- nie
- niemals
- niemand
- ohne
- weder ... noch
- nicht nur
- nicht unbedingt
- kaum
Beispiel
Text:
Die Autorin ist nicht grundsätzlich gegen Smartphones für Kinder, fordert aber klare Regeln.
Frage:
Ist die Autorin gegen Smartphones für Kinder?
Antwort:
Nein, nicht grundsätzlich. Sie fordert klare Regeln.
Wenn du „nicht grundsätzlich“ übersiehst, verstehst du den Text falsch.
15. Einschränkungen beachten
Oft ist eine Aussage nicht absolut.
Wörter
- meistens
- oft
- manchmal
- teilweise
- grundsätzlich
- unter bestimmten Bedingungen
- nicht immer
- in vielen Fällen
- kaum
- eher
Beispiel
Text:
Online-Lernen ist in vielen Fällen hilfreich, kann den Unterricht im Kursraum aber nicht immer ersetzen.
Falsch:
Online-Lernen ersetzt immer den Unterricht.
Richtig:
Online-Lernen kann hilfreich sein, ersetzt aber nicht immer den Unterricht.
16. Überschriften verstehen
Die Überschrift hilft dir, das Thema zu erkennen.
Beispiele
Überschrift:
Arbeiten von zu Hause: Freiheit oder neue Belastung?
Wahrscheinliches Thema:
Homeoffice hat Vorteile und Nachteile.
Überschrift:
Wenn das Handy den Alltag bestimmt
Wahrscheinliches Thema:
problematische Nutzung von Smartphones
Überschrift:
Bus und Bahn als Lösung für die Stadt?
Wahrscheinliches Thema:
öffentliche Verkehrsmittel und Verkehrspolitik
17. Lesetext 1: Homeoffice
Text
Homeoffice ist in den letzten Jahren für viele Beschäftigte zu einem wichtigen Thema geworden. Während früher vor allem in besonderen Situationen von zu Hause gearbeitet wurde, ist diese Arbeitsform heute in vielen Unternehmen normaler geworden.
Ein großer Vorteil besteht darin, dass Beschäftigte Pendelzeit sparen. Wer nicht jeden Tag zur Arbeit fahren muss, hat mehr Zeit für Familie, Sport oder Erholung. Außerdem können viele Menschen ihren Alltag flexibler organisieren.
Allerdings gibt es auch Nachteile. Der direkte Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen fehlt manchmal, und manche Fragen lassen sich im Büro schneller klären als per E-Mail oder Videokonferenz. Außerdem fällt es einigen Menschen schwer, Arbeit und Freizeit klar zu trennen.
Deshalb ist Homeoffice nicht automatisch gut oder schlecht. Entscheidend ist, wie es organisiert wird. Klare Regeln zur Erreichbarkeit und regelmäßige Treffen im Team können helfen, die Vorteile zu nutzen und die Nachteile zu reduzieren.
18. Aufgaben zu Lesetext 1
Aufgabe 1: Hauptaussage
Welche Aussage passt am besten?
a) Homeoffice ist immer besser als Büroarbeit. b) Homeoffice hat Vorteile, braucht aber gute Organisation. c) Homeoffice sollte verboten werden.
Aufgabe 2: Detail
Welcher Vorteil wird genannt?
a) Man verdient mehr Geld. b) Man spart Pendelzeit. c) Man bekommt mehr Urlaub.
Aufgabe 3: Nachteil
Was kann im Homeoffice schwierig sein?
a) Arbeit und Freizeit klar zu trennen. b) überhaupt Arbeit zu finden. c) Deutsch zu lernen.
Aufgabe 4: Empfehlung
Was kann helfen?
a) keine Teamtreffen mehr machen b) klare Regeln zur Erreichbarkeit c) nur noch per E-Mail sprechen
Lösungen
- b) Homeoffice hat Vorteile, braucht aber gute Organisation.
- b) Man spart Pendelzeit.
- a) Arbeit und Freizeit klar zu trennen.
- b) klare Regeln zur Erreichbarkeit
19. Lesetext 2: Online-Lernen
Text
Online-Lernen hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Viele Menschen nutzen digitale Kurse, weil sie zeitlich flexibel lernen möchten. Besonders für Berufstätige oder Eltern kann diese Lernform hilfreich sein, da sie nicht jeden Tag zu einem Kursort fahren müssen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass viele Materialien jederzeit verfügbar sind. Lernende können Videos erneut anschauen, Übungen wiederholen und in ihrem eigenen Tempo arbeiten.
Trotzdem ist Online-Lernen nicht für alle Menschen gleich gut geeignet. Wer zu Hause keinen ruhigen Arbeitsplatz hat oder sich leicht ablenken lässt, kann Schwierigkeiten bekommen. Außerdem fehlt manchen Lernenden der direkte Austausch mit Lehrkräften und anderen Teilnehmenden.
Insgesamt kann Online-Lernen eine gute Ergänzung sein. Es ersetzt aber nicht in jeder Situation den Unterricht im Kursraum.
20. Aufgaben zu Lesetext 2
Aufgabe 1
Für wen ist Online-Lernen besonders hilfreich?
a) für Menschen, die flexibel lernen möchten b) nur für Kinder c) nur für Menschen ohne Internet
Aufgabe 2
Was ist ein Vorteil?
a) Man kann Materialien wiederholen. b) Man muss immer zu festen Zeiten lernen. c) Man braucht keine Disziplin.
Aufgabe 3
Was ist ein Problem?
a) Manche haben keinen ruhigen Arbeitsplatz. b) Es gibt keine digitalen Materialien. c) Online-Lernen ist immer kostenlos.
Aufgabe 4
Was ist die Meinung des Textes?
a) Online-Lernen ist völlig nutzlos. b) Online-Lernen kann eine gute Ergänzung sein. c) Online-Lernen ist immer besser als Unterricht im Kursraum.
Lösungen
- a) für Menschen, die flexibel lernen möchten
- a) Man kann Materialien wiederholen.
- a) Manche haben keinen ruhigen Arbeitsplatz.
- b) Online-Lernen kann eine gute Ergänzung sein.
21. Lesetext 3: Smartphones für Kinder
Text
Viele Eltern fragen sich, ab welchem Alter Kinder ein eigenes Smartphone bekommen sollten. Einerseits kann ein Smartphone praktisch sein, weil Kinder ihre Eltern schnell erreichen können. Besonders auf dem Schulweg oder in Notfällen kann das hilfreich sein.
Andererseits gibt es auch Risiken. Kinder können durch Spiele, Videos oder soziale Medien stark abgelenkt werden. Außerdem ist es nicht immer leicht zu kontrollieren, welche Inhalte sie im Internet sehen.
Deshalb sind klare Regeln wichtig. Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern besprechen, wann und wie lange das Smartphone genutzt werden darf. Ein komplettes Verbot ist nicht immer sinnvoll, aber eine Nutzung ohne Grenzen kann problematisch sein.
22. Aufgaben zu Lesetext 3
Aufgabe 1
Was ist ein Vorteil eines Smartphones für Kinder?
a) Kinder können ihre Eltern schnell erreichen. b) Kinder müssen keine Hausaufgaben mehr machen. c) Kinder schlafen besser.
Aufgabe 2
Welches Risiko wird genannt?
a) Kinder können abgelenkt werden. b) Kinder lernen zu schnell. c) Kinder sprechen zu viel mit Eltern.
Aufgabe 3
Was empfiehlt der Text?
a) Nutzung ohne Grenzen b) klare Regeln c) Smartphones für alle Kinder ab drei Jahren
Aufgabe 4
Was sagt der Text über ein komplettes Verbot?
a) Es ist nicht immer sinnvoll. b) Es ist immer die beste Lösung. c) Es ist gesetzlich vorgeschrieben.
Lösungen
- a) Kinder können ihre Eltern schnell erreichen.
- a) Kinder können abgelenkt werden.
- b) klare Regeln
- a) Es ist nicht immer sinnvoll.
23. Lesetext 4: Öffentliche Verkehrsmittel
Text
Öffentliche Verkehrsmittel sind besonders in großen Städten wichtig. Wenn mehr Menschen Bus und Bahn nutzen, gibt es weniger Autos auf den Straßen. Das kann die Luft verbessern, Lärm reduzieren und mehr Platz für Fußgänger und Fahrräder schaffen.
Viele Menschen wünschen sich günstigere Tickets, weil sie täglich auf Bus und Bahn angewiesen sind. Besonders Menschen mit wenig Einkommen profitieren von bezahlbaren Preisen.
Allerdings reicht ein günstiger Preis allein nicht aus. Öffentliche Verkehrsmittel müssen auch zuverlässig sein. Wenn Busse und Bahnen oft ausfallen oder zu spät kommen, entscheiden sich viele Menschen trotzdem für das Auto.
Aus diesem Grund sollten Städte nicht nur über günstigere Tickets nachdenken, sondern auch über bessere Verbindungen und pünktlichere Fahrpläne.
24. Aufgaben zu Lesetext 4
Aufgabe 1
Warum sind öffentliche Verkehrsmittel wichtig?
a) Sie können Verkehr und Lärm reduzieren. b) Sie machen Autos schneller. c) Sie sind immer kostenlos.
Aufgabe 2
Wer profitiert besonders von bezahlbaren Preisen?
a) Menschen mit wenig Einkommen b) nur Autofahrer c) nur Touristen
Aufgabe 3
Was reicht laut Text nicht aus?
a) günstige Preise allein b) bessere Verbindungen c) pünktliche Fahrpläne
Aufgabe 4
Was sollten Städte verbessern?
a) nur die Werbung b) Verbindungen und Fahrpläne c) nur Parkplätze
Lösungen
- a) Sie können Verkehr und Lärm reduzieren.
- a) Menschen mit wenig Einkommen
- a) günstige Preise allein
- b) Verbindungen und Fahrpläne
25. Wie du Antworten im Text findest
Bei Prüfungsaufgaben steht die Antwort oft nicht genau mit denselben Wörtern im Text.
Beispiel
Aufgabe:
Viele Menschen möchten im Homeoffice arbeiten, weil sie weniger Zeit für den Arbeitsweg brauchen.
Text:
Ein großer Vorteil besteht darin, dass Beschäftigte Pendelzeit sparen.
Die Wörter sind anders:
- weniger Zeit für den Arbeitsweg brauchen
- Pendelzeit sparen
Die Bedeutung ist gleich.
Das nennt man:
sinngemäß verstehen
Auf B2 ist das sehr wichtig.
26. Synonyme erkennen
Synonyme sind Wörter mit ähnlicher Bedeutung.
Beispiele
| Wort im Text | Ähnliche Bedeutung |
|---|---|
| Beschäftigte | Arbeitnehmer / Mitarbeitende |
| Pendelzeit | Zeit für den Arbeitsweg |
| hilfreich | nützlich |
| problematisch | schwierig / kritisch |
| zuverlässig | pünktlich / sicher |
| bezahlbar | nicht zu teuer |
| sich erkundigen | nachfragen |
| erforderlich | notwendig |
| reduzieren | verringern |
| profitieren | Vorteile haben |
Übung
Ordne zu.
- hilfreich
- Beschäftigte
- bezahlbar
- reduzieren
- erforderlich
a) notwendig b) Arbeitnehmer c) nützlich d) verringern e) nicht zu teuer
Lösung
- c) nützlich
- b) Arbeitnehmer
- e) nicht zu teuer
- d) verringern
- a) notwendig
27. Richtig-Falsch-Aufgaben
Bei Richtig-Falsch-Aufgaben musst du genau prüfen:
Steht diese Information wirklich im Text?
Beispieltext
Der Kurs beginnt am Montag und dauert sechs Wochen.
Aussage:
Der Kurs dauert sechs Monate.
Antwort:
falsch
Warum?
Weil im Text „sechs Wochen“ steht, nicht „sechs Monate“.
Tipp
Achte besonders auf:
- Zahlen
- Zeitangaben
- Negationen
- absolute Wörter wie „immer“, „nie“, „alle“
- Einschränkungen wie „oft“, „manche“, „nicht immer“
28. Absolute Wörter prüfen
In falschen Antworten stehen oft absolute Wörter.
Wörter
- immer
- nie
- alle
- niemand
- nur
- komplett
- auf jeden Fall
- ohne Ausnahme
Beispiel
Text:
Viele Menschen finden Homeoffice praktisch.
Falsche Aussage:
Alle Menschen finden Homeoffice praktisch.
Warum falsch?
„Viele“ bedeutet nicht „alle“.
29. Zuordnungsaufgaben
Bei Zuordnungsaufgaben musst du Texte und Aussagen verbinden.
Methode
- Lies zuerst alle Aussagen.
- Markiere Schlüsselwörter.
- Lies jeden Text global.
- Suche passende Bedeutungen, nicht nur gleiche Wörter.
- Streiche sichere Antworten.
- Prüfe schwierige Antworten noch einmal.
Beispiel
Aussage:
Diese Person findet Online-Lernen gut, aber nicht als komplette Lösung.
Text:
Digitale Kurse sind für mich sehr praktisch. Trotzdem möchte ich nicht nur online lernen, weil mir der direkte Austausch im Kurs wichtig ist.
Passende Aussage:
gut, aber nicht komplett
30. Lange Sätze verstehen
B2-Texte enthalten oft längere Sätze.
Methode
Teile den Satz in kleine Teile.
Beispiel
Obwohl viele Menschen die Flexibilität des Homeoffice schätzen, berichten manche Beschäftigte, dass ihnen der direkte Austausch mit Kolleginnen und Kollegen fehlt.
Teile:
- Obwohl viele Menschen Homeoffice flexibel finden
- manche Beschäftigte berichten
- ihnen fehlt der direkte Austausch
Gesamtaussage:
Homeoffice ist flexibel, aber manchen fehlt der Kontakt zum Team.
31. Relativsätze erkennen
Relativsätze geben zusätzliche Informationen.
Beispiel
Viele Menschen, die täglich lange zur Arbeit fahren, wünschen sich mehr Homeoffice.
Relativsatz:
die täglich lange zur Arbeit fahren
Bedeutung:
Welche Menschen? Menschen mit langen Arbeitswegen.
Weitere Beispiele
Kurse, die online stattfinden, bieten mehr Flexibilität.
Kinder, die ein Smartphone nutzen, brauchen klare Regeln.
Städte, die gute öffentliche Verkehrsmittel haben, sind oft lebenswerter.
32. Wortschatz aus Lesetexten aktiv benutzen
Nach dem Lesen solltest du neue Wörter nicht nur markieren, sondern benutzen.
Methode
- Wähle 5 wichtige Ausdrücke.
- Schreibe zu jedem Ausdruck einen eigenen Satz.
- Sprich die Sätze laut.
- Nutze die Ausdrücke später in einem Text.
Beispiel aus dem Thema Homeoffice
Ausdruck:
Pendelzeit sparen
Eigener Satz:
Durch Homeoffice kann ich Pendelzeit sparen und habe mehr Zeit für meine Familie.
Ausdruck:
der direkte Austausch
Eigener Satz:
Im Büro ist der direkte Austausch mit Kollegen oft einfacher.
33. Zusammenfassung schreiben
Nach einem Lesetext ist eine kurze Zusammenfassung sehr hilfreich.
Struktur
In dem Text geht es um ... Die wichtigste Aussage ist, dass ... Außerdem wird erklärt, dass ... Der Text zeigt auch, dass ... Insgesamt kann man sagen, dass ...
Beispiel
In dem Text geht es um Homeoffice. Die wichtigste Aussage ist, dass Homeoffice sowohl Vorteile als auch Nachteile hat. Außerdem wird erklärt, dass Beschäftigte Pendelzeit sparen können. Der Text zeigt aber auch, dass der Kontakt zum Team fehlen kann. Insgesamt kann man sagen, dass Homeoffice gut organisiert werden muss.
34. Lesetraining mit Zeit
In der Prüfung hast du nicht unbegrenzt Zeit.
Deshalb solltest du auch mit Zeit trainieren.
Übung
- Nimm einen Text mit 300 bis 500 Wörtern.
- Stelle einen Timer auf 5 Minuten.
- Lies den Text global.
- Schreibe danach das Thema und die Hauptaussage auf.
- Lies die Aufgaben.
- Stelle einen Timer auf 10 Minuten.
- Bearbeite die Aufgaben.
- Prüfe deine Fehler.
Wichtig:
Zeitdruck kann man trainieren.
35. Gute Lesequellen für B2
Geeignete Texte
- Nachrichten in einfacher Sprache
- Artikel zu Alltagsthemen
- Informationen von Behörden
- Verbraucherinformationen
- kurze Kommentare
- Interviews
- Stellenanzeigen
- formelle E-Mails
- Prüfungsmaterialien
- Texte aus B2-Lehrbüchern
Tipp
Wähle Texte, die nicht zu leicht und nicht zu schwer sind.
Ein guter Text ist passend, wenn du ungefähr 70 bis 80 Prozent verstehst.
Wenn du nur 30 Prozent verstehst, ist der Text noch zu schwer.
36. Wochenplan für Lesetraining
Montag
Thema: Alltag
- einen kurzen Alltagstext lesen
- Hauptinformation notieren
- 5 Ausdrücke lernen
Dienstag
Thema: Arbeit
- Stellenanzeige oder berufliche E-Mail lesen
- wichtige Details markieren
- 5 berufliche Sätze schreiben
Mittwoch
Thema: Gesellschaft
- kurzen Artikel lesen
- Meinung und Argumente erkennen
- Zusammenfassung schreiben
Donnerstag
Thema: Prüfung
- B2-Leseaufgabe bearbeiten
- Lösungen prüfen
- Fehler analysieren
Freitag
Thema: Wortschatz
- alte Texte wiederholen
- wichtige Ausdrücke aktiv benutzen
- eigene Sätze schreiben
Samstag
Lesezeit mit Timer
- 20 Minuten lesen
- 10 Minuten Aufgaben bearbeiten
- 5 Minuten Zusammenfassung
Sonntag
Leichtes Lesen
- kurzer Artikel
- keine schwere Analyse
- nur Hauptinhalt verstehen
37. Übung: Hauptaussage erkennen
Lies die Texte und wähle die Hauptaussage.
Aufgabe 1
Immer mehr Menschen kaufen im Internet ein. Das ist bequem und spart Zeit. Allerdings können lokale Geschäfte darunter leiden, wenn weniger Kunden in die Innenstadt kommen.
Hauptaussage:
a) Online-Shopping ist bequem, hat aber auch Nachteile für lokale Geschäfte. b) Niemand kauft mehr im Internet. c) Innenstädte sind immer voll.
Lösung:
a)
Aufgabe 2
Viele Menschen treiben zu wenig Sport, obwohl Bewegung wichtig für die Gesundheit ist. Schon kleine Veränderungen im Alltag, zum Beispiel Treppensteigen oder Spaziergänge, können helfen.
Hauptaussage:
a) Nur Leistungssport ist gesund. b) Bewegung ist wichtig, und kleine Alltagsveränderungen können helfen. c) Spaziergänge sind gefährlich.
Lösung:
b)
Aufgabe 3
Digitale Medien können den Unterricht interessanter machen. Gleichzeitig müssen Kinder lernen, Informationen kritisch zu prüfen und nicht jede Quelle sofort zu glauben.
Hauptaussage:
a) Digitale Medien bieten Chancen, brauchen aber Medienkompetenz. b) Kinder sollen nie digitale Medien nutzen. c) Informationen im Internet sind immer richtig.
Lösung:
a)
38. Übung: Details finden
Lies den Text und beantworte die Fragen.
Text
Der neue B2-Abendkurs beginnt am 3. September und findet immer montags und mittwochs von 18 bis 20.15 Uhr statt. Die Kursgebühr beträgt 320 Euro. Eine Anmeldung ist bis zum 20. August möglich. Für die Anmeldung benötigen Sie einen Ausweis und einen Nachweis über Ihr B1-Zertifikat.
Fragen
- Wann beginnt der Kurs?
- An welchen Tagen findet er statt?
- Wie viel kostet der Kurs?
- Bis wann kann man sich anmelden?
- Welche Unterlagen braucht man?
Lösungen
- am 3. September
- montags und mittwochs
- 320 Euro
- bis zum 20. August
- Ausweis und Nachweis über B1-Zertifikat
39. Übung: Meinung erkennen
Lies die Aussagen und bestimme die Meinung.
Aufgabe 1
Ich halte Homeoffice für sinnvoll, solange die Kommunikation im Team gut funktioniert.
Meinung:
positiv mit Bedingung
Aufgabe 2
Ich sehe soziale Medien kritisch, weil sie viele Menschen ablenken und Stress verursachen können.
Meinung:
kritisch / eher negativ
Aufgabe 3
Online-Lernen ist praktisch, aber für mich kein vollständiger Ersatz für Unterricht im Kursraum.
Meinung:
gemischt
Aufgabe 4
Öffentliche Verkehrsmittel sollten günstiger und zuverlässiger werden.
Meinung:
Verbesserung wird gefordert
40. Fehler korrigieren
Korrigiere die Sätze.
Aufgabe 1
Der Text geht über Homeoffice.
Richtig:
Aufgabe 2
In dem Text geht es über Online-Lernen.
Richtig:
Aufgabe 3
Die Autorin ist die Meinung, dass Bus und Bahn günstiger sein sollten.
Richtig:
Aufgabe 4
Der Text sagt, Homeoffice ist gut aber auch schlecht.
Richtig:
Aufgabe 5
Ich habe nicht alle Wörter verstanden, aber ich verstehe die Hauptidee.
Richtig:
Lösungen
- Der Text handelt von Homeoffice. / In dem Text geht es um Homeoffice.
- In dem Text geht es um Online-Lernen.
- Die Autorin ist der Meinung, dass Bus und Bahn günstiger sein sollten.
- Der Text zeigt, dass Homeoffice sowohl Vorteile als auch Nachteile hat.
- Ich habe nicht alle Wörter verstanden, aber ich habe die Hauptidee verstanden.
41. Tagesaufgabe
Aufgabe A: Lesetext bearbeiten
Lies einen deutschen Text mit 300 bis 500 Wörtern.
Schreibe danach:
- Thema
- Hauptaussage
- drei wichtige Details
- Meinung des Autors oder der Autorin
- fünf neue Ausdrücke
Aufgabe B: Zusammenfassung schreiben
Schreibe eine kurze Zusammenfassung mit 80 bis 100 Wörtern.
Nutze diese Struktur:
In dem Text geht es um ... Die wichtigste Aussage ist, dass ... Außerdem wird erklärt, dass ... Ein weiterer Punkt ist ... Insgesamt zeigt der Text, dass ...
Aufgabe C: Wortschatz aktivieren
Wähle fünf neue Ausdrücke aus dem Text und schreibe eigene Sätze.
Beispiel:
der direkte Austausch Der direkte Austausch im Kurs hilft mir, schneller zu lernen.
42. Mini-Test
Aufgabe 1
Was ist beim ersten Lesen am wichtigsten?
a) jedes Wort übersetzen b) Thema und Hauptaussage erkennen c) sofort alle unbekannten Wörter nachschlagen
Lösung:
b)
Aufgabe 2
Was bedeutet selektives Lesen?
a) gezielt bestimmte Informationen suchen b) einen Text auswendig lernen c) nur den letzten Satz lesen
Lösung:
a)
Aufgabe 3
Welche Wörter zeigen oft einen Gegensatz?
a) aber, jedoch, allerdings b) weil, da, denn c) außerdem, zusätzlich
Lösung:
a)
Aufgabe 4
Welche Aussage ist genauer?
Text: Viele Menschen finden Homeoffice praktisch.
a) Alle Menschen finden Homeoffice praktisch. b) Viele Menschen finden Homeoffice praktisch.
Lösung:
b)
Aufgabe 5
Was solltest du mit neuen Wörtern machen?
a) nur markieren und vergessen b) in eigenen Sätzen benutzen c) nur übersetzen, aber nie wiederholen
Lösung:
b)
Zusammenfassung
In diesem Kapitel hast du gelernt:
- wie du B2-Texte strategisch liest
- was globales, selektives und genaues Lesen bedeutet
- wie du Hauptaussagen erkennst
- wie du Details findest
- wie du Signalwörter nutzt
- wie du unbekannte Wörter aus dem Kontext verstehst
- wie du Synonyme erkennst
- wie du lange Sätze zerlegst
- wie du Richtig-Falsch- und Zuordnungsaufgaben bearbeitest
- wie du Wortschatz aus Texten aktiv benutzt
Merke dir:
Beim Lesen musst du nicht jedes Wort verstehen. Du musst wissen, welche Information wichtig ist.
Nicht so:
Ich verstehe ein Wort nicht, also verstehe ich den Text nicht.
Besser:
Ich verstehe nicht jedes Wort, aber ich erkenne Thema, Hauptaussage und wichtige Details.
So wirst du beim Lesen schneller, sicherer und stärker auf B2-Niveau.
Road to B2 Deutsch
Kapitel-23-Check: Lesen auf B2-Niveau trainieren
Beantworte drei kurze Fragen, bevor du zum nächsten Kapitel gehst.
1. Was ist die wichtigste Idee in „Lesen auf B2-Niveau trainieren“?
2. Welche Übung passt am besten zu diesem Kapitel?
3. Was solltest du bei diesem Thema vermeiden?